Jun
23
Grenzen für Kleinkinder
Filed Under Familie und Kinder
Soll man bereits Kleinkindern Grenzen setzen?
Kinder orientieren sich bereits ab dem Zeitpunkt ihrer Geburt an ihren Bezugspersonen. Alle Handlungen, Zuwendungen und Emotionen, die ihnen entgegengebracht werden, dienen dem Zurechtfinden in ihrer Welt. In den ersten Lebensjahren ist das Kind in erster Linie bedürfnisorientiert. Es ist abhängig vom Wohlwollen anderer und angewiesen auf liebevolle Unterstützung, um sich zurechtzufinden. Auch im frühesten Kindesalter ist es sinnvoll, behutsam kleine Grenzen zu setzen, damit das Kind von Anfang an Sicherheit erlebt und bindungsfähig wird. Grenzen sind hierbei zu verstehen als vorgelebte Richtlinien, die es weder ängstigen, noch unter Druck setzen, sondern ihm stattdessen hilfreiche Handlungsmuster aufzeigen.
Es ist existentiell wichtig, insbesondere für Kleinkinder, dass die aufgezeigten Grenzen Halt bieten und grundsätzlich im Rahmen einer liebevollen Beziehung stattfinden. Nur so kann vom frühesten Lebensalter an gewährleistet werden, dass das Kind einerseits eine vertrauensvolle Beziehung aufbaut und andererseits gemeinsame Regelungen des Zusammenlebens erlernt. Dazu gehören auch die Anerkennung der Grenzen anderer und das Erleben von kleinen Versagungen, die Bestandteil des Alltags sind und eine wichtige Lernerfahrung ausmachen. Entscheidend dabei ist, die gesetzten Grenzen nicht als Machtdemonstration zu gestalten, sondern als Orientierung, die das Kind stärkt und selbstbewusst macht. Reaktionen der Enttäuschung und des Zorns, die mit dem Erleben von Grenzen einher gehen, sollten mit Respekt für die Bedürfnisse des Kindes begegnet werden. Hinsichtlich der sprachlichen Vermittlung sind erwartungsorientierte Grenzen klassischen Verboten vorzuziehen.